Süditalien Teil 1: Wie ich meine Leidenschaft für Süditalien entdeckte

Meine zehntägige Reise nach Süditalien war eine dieser spontanen Aktionen, die ich keinesfalls bereue. Alles begann mit einem Besuch bei meiner Kollegin Gina (bohemienstella). Sie hatte für mich ihre geliebten, hausgemachten Tagliatelle al Limone gekocht. Sie erzählte mir von Tomaten, die in ihrem Heimatdorf anders schmecken würden (Sie haben Geschmack!) und wie schön es doch wäre, wenn sie mir mal ihre Heimat („The real South of Italy“) zeigen könnte.

Nun bin ich seit knapp einer Woche in einem kleinen Dorf namens San Leucio del Sannio, welche bei der grösseren Stadt Benevento angegliedert ist und mit dem Auto ca. eine Stunde von Neapel Flughafen entfernt ist. Ich geniesse die Abgeschiedenheit zwischen Oliven- und Feigenbäumen, nachts die klare Sicht auf einen klaren Sternenhimmel und tagsüber eine produktive Phase zum Beispiel mit der Weiterarbeit am Blog wie noch nie zuvor. Es ist dieses unscheinbare,  italienische Provinzörtchen, welches mir also richtig gut tut!

Die Gegend von Benevento (Region Kampanien) mag zwar auf keiner Touristenkarte existieren, aber für Agritourismus könnte man die Gegend locker promoten, denn viele hier sind Selbstversorger. Häuser mit ringsherum Gärten, wo das eigene Gemüse angebaut wird und Weinreben gedeihen in voller Wildheit. Im Hinterhof befindet sich ein kleiner Hühnerstall, woher auch die hartgekochten Eier stammen, die hier an einer Pestosauce serviert werden (Ouvo al Pesto). Die Mehrheit der Zutaten meiner Gastfamilie stammt aus dem Dorf, wie beispielsweise auch die frischproduzierte Mozzarella vom Nachbarn nebenan. Zum Mittagessen wird zudem hausgemachter (süffiger, aber leckerer) Rotwein serviert, eine Normalität, wenn mal selbst 250 Liter herstellt! Sogar einen selbstgemachten Kaffeelikör am Abend als Digestivo gibt es! Da ich in diesen Ferien erst mit dem Italienischlernen angefangen habe, fallen die Gespräche eher simpel aus. Die Tante meiner Kollegin zeigt auf das Essen und sagt „bio“ und ich antworte „muolto buono“, viel mehr fällt mir dazu nicht ein, aber das reicht auch. Ich schätze die Gastfreundschaft und zeige das in dem ich aufesse. Ich denke, das reicht um aufzuzeigen, dass es mir geschmeckt hat.

Es ist eine einfache, gut bürgerliche Küche. Ortstypisch sind die verschiedenen Pastavariationen. Das Klischee Pizza und Pasta trifft hier im Süden voll und ganz zu. Die Liebe zu den Teigwaren wird hier so richtig ausgelebt. Jeden Tag gibt es Pasta. Was mir an der süditalienischen Küche aufgefallen ist, dass man bei den Gerichten auf wenig Zutaten setzt, aber dfür schmecken diese umso intensiver. Das Olivenöl (Olio vergine) schmeckt viel besser hier und auch die hausgemachte Sugo. Nach dem Mittagessen gehört deshalb auch ein Siesta zur Tagesordnung, sodass man Abend wieder Energie getankt hat ,um sich in der nahgelegenen Stadt Benevento umzusehen. Die Gegend von Benevento kennen vermutlich nur wenige, die selbst Verwandte hier haben.

Es ist dieses Eintauchen in die familiäre Umgebung meiner Kollegin, das Herumführen an die Orte ihrer Kindheit, die Gastfreundschaft und auch das Verständnis für mein kaum vorhandenes Italienisch, das mich mit offenen Armen an der süditalienischen Kultur teilnehmen lässt. Grazie mille per tutti! Adopo!

Ein Gedanke zu “Süditalien Teil 1: Wie ich meine Leidenschaft für Süditalien entdeckte

  1. Pingback: Süditalien (Teil2): Aperitivo in der Stadt der “Hexen” – Benevento | METROPOLISCHT

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s