Erste Tage in Singapur: Weltstadt und grüne Oase

Singapur blickt in vieler Hinsicht auf eine rasante Erfolgsgeschichte zurück und wird nicht nur wegen des boomenden Schiffshandels als Tor zu Asien betitelt.

Wer zum ersten Mal nach Asien reist, sollte zumindest auf dem Hin- oder Rückwegflug einen Zwischenstopp in Singapur einlegen. Viele Reisende fliegen über Changi International Airport weiter nach Südostasien. Ein Layover in Singapur lohnt sich allemal, da es 2x Nonstop-Direktflüge von Zürich aus etwa mit SWISS oder Singapore Airlines  gibt (beide im Star Alliance Netzwerk).

DSC_0119

Wahrzeichen von Singapur: die drei Türme des Marina Bay Sands Hotel (Foto: Zenz)

Go Green

Singapur ist mit 710 km² und 5,3 Mio. Einwohnern, eine dichtbesiedelte, schillernde Metropole. Die lokale Regierung hat sich deshalb seit mehreren Jahren dem Motto „Go Green“ verschrieben und dies wird in vielen Facetten gross geschrieben. Der Stadtstaat ist nicht nur exemplarisch für das harmonische Zusammenleben verschiedener Ethnien und Religionen (Chinesen, Inder, Tamilen und Malaien), sondern hat auch als touristische Hochburg seine besonderen Vorzüge: Moderne Infrastrukturen, fussgängerfreundlich mit gutem öffentlichen Verkehrsnetz und eine verblüffende Architektur, welche von waghalsigen Bürotürmen bis hin zu Wohntürmen mit vertikalen grünen Oasen hin reicht. Einen Kontrast dazu bilden die historischen Bauten aus der britischen Kolonialzeit (Saint Andrew Cathedral, Raffles Hotel, The Fullerton Bay Hotel) und die Wohnviertel unterschiedlicher ethnischer Zugehörgkeiten (Little India, China Town und Arab Street).

DSC_0174

Fussgängerfreundliche Metropole (Foto: Zenz)

DSC_0160

Fullerton Hotel: ehemals Hauptpost, nun 5-Sterne-Hotel (Foto: Zenz)

Die gängigen Sehenswürdigkeiten hat man in zwei bis drei Tagen durch. Einige Must-Sees sind da einfach Pflicht. Die beliebteste Attraktion Singapurs wäre wohlverdient der botanische Garten «Gardens by the Bay». Der Eintritt zum blühenden 101 hektargrossen Park ist kostenlos und man sollte das ganze sicher einmal bei Tag und einmal bei Nacht erlebt haben. Die Stimmung ist sehr unterschiedlich! Bei Abenddämmerung, wenn es bereits abgedunkelt hat, beginnen die «Supertrees» an zu funkeln und singen. Man fühlt sich wie im Film Avatar in einer magischen Landschaft. Dieser Ort ist perfekt um seine Energiereserven wieder aufzuladen, nach einem Tag voller Sightseeing. Optional, aber äusserst lohnenswert ist der Besuch des «Cloud Forest» einer Tropenkuppel mit Informationen zu endemischen Tieren und zur Pflanzenwelt. In der Kuppel befindet sich auch ein Aufstieg zum grössten Indoor-Wasserfall der Welt (35 Meter hoch). Innerhalb der Kuppel ist es angenehme 23-25 Grad warm und ein erfrischender Sprühnebel sorgt für wohltuende Abkühlung. Bei jedem Wetter ein Besuch wert!

Gleich gegenüber steht die zweite Kuppel «Flower Dome», das mutmasslich grösste Gewächshaus der Welt mit neun verschiedenen Gärten und Gewächsen aus fünf verschiedenen Klimazonen; darunter tausendjährige Olivenbäume und breitstämmige Baobabbäume. Regelmässig wechseln die Themenwelten und Exponate innerhalb dieses Treibhauses ab. Als ich dort war, waren einige Treibholz-Skulpturen des britischen Künstlers James Doran Webb in Form von Fabelwesen ausgestellt, sowohl als auch einige Eisenfiguren aus der Erzählung Alice in Wonderland.

Öffnungszeiten 9-21 Uhr, Kombiticket Cloud Forest & Flower Dome, Erwachsene 28 SGD, Kinder bis 12 Jahren 15 SGD.

DSC_0228

Sicht auf die Gardens by the Bay (Foto: Zenz)

DSC_0257

Eine Landschaft wie in Avatar, Gardens by the Bay (Foto: Zenz)

DSC_0168 (2)

Die Superbäume im Gardens by the Bay (Foto: Zenz)

DSC_0175 (2)

35 Meter hoher Wasserfall im Cloud Forest (Foto: Zenz)

DSC_0195 (2)

Cloud Forest (Foto: Zenz)

DSC_0213 (2)

Drachenskulptur aus Treibholz von James Doran Webb (Foto: Zenz)

DSC_0215 (2)

Queen of Hearts (Foto: Zenz)

DSC_0216 (2)

Schaufelbube inmitten von Sukkulenten (Foto: Zenz)

DSC_0217 (2)

afrikanischer Baobabbaum, auch Affenbrotbaum genannt (Foto: Zenz)

Kurzer Einblick in die Entstehungsgeschichte

Einer Legende Zufolge hat ein buddhistischer Prinz aus Sri Vijaya (dem heutigen Sumatra, Indonesien) die Insel im 14. Jahrhundert besucht und ist dort einem Löwen begegnet. Er gab der Insel nach dieser Begegnung den Namen „Singa Pura“, was so viel wie Löwenstadt heisst. Die Gestalt des Löwen findet man noch in der Gestalt des Fabelwesens «Merlion», das bis heute noch als Maskottchen Singapurs geblieben ist.

Das eigentliche Singapur entstand jedoch erst durch die Ankunft des Briten Sir Stamford Raffles am 29. Januar 1819. Er erwarb nach Verhandlungen mit dem Sultan von Johore diesen strategisch sicheren Handelshafen für die East India Company. 1824 wurde in einem Vertrag der Tausch von Einflussgebieten zwischen Großbritannien und den Niederlanden festgelegt: Die Holländer verzichteten auf die Malaiische Halbinsel, dafür bekamen sie von den Briten die heute zu Indonesien zählenden Inseln. Zwei Jahre später wurde Singapur zusammen mit den – nunmehr britischen – Niederlassungen auf der malaiischen Halbinsel (Pangkor, Malacca, Penang) zu den so genannten „Straits Settlements“ („Niederlassungen an den Meerengen“) zusammengefasst. Ab 1867 wurde Singapur zur Kronkolonie des britischen Reiches erklärt. Schon damals war der Hafen von Singapur einer der grössten Umschlagplätze für Handelswaren im asiatischen Raum. Bis heute besitzt Singapur den grössten Containerhafen der Welt.

(Quelle: Länderlexikon)

 

Kommentare