Winterauszeit für Seele und Gaumen

Der Schweizer Hit ‚Gigi vo Arosa‘ aus dem Jahre 1975 von Ines Torelli erzählt die Geschichte eines gutaussehenden Skilehrers aus Arosa, der alle Frauenherzen höher schlagen lässt. Die Suche nach dem gutaussehenden Gigi haben wir längst eingestellt, doch verguckt haben wir uns stattdessen in die weisse Pracht in Arosa. Unsere letzten Tage im Schnee, bevor wir den Winter dann doch für ein und allemal verabschieden!

Die Gemeinde Arosa liegt in einem Kessel umgeben von schneebedeckten Gipfeln des Schanfigg und ist nur knappe 2,5 Stunden Zugfahrt von Zürich entfernt. Besonders eindrücklich sind die 365 Kurven mit der rhätischen Bahn, welches unter anderem auch über das imposante Langwieser Viadukt führt. Die einstündige Fahrt durch die Churer Innenstadt auf der Strasse und schliesslich auf schmalen Pässen ist bei jedem Besuch ein Highlight.

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Am Aroser Bahnhof wurden wir mit dem Hotelshuttle, einem sportlichen Maserati, empfangen und hoch in den Kern von Inner Arosa gefahren. Während dieses Januarwochenendes bescherte uns Petrus frischer Pulverschnee und beste Pistenverhältnisse in Arosa. Als renommiertes Ski-In/Ski-Out Hotel befinden sich vor dem Hotel gleich auch mehrere Skischulen, die Skilifte Hörnli und Tschuggen, andererseits auch die Busstation, von der man mit dem kostenlosen Bus zum Skilift Prätschli hingelangt, der bei Schlittlern sehr beliebt ist. In Arosa hatte auch der verstorbene thailändische König Bhumipol in den 1940er Jahren das Skifahren erlernt. Sein Porträt hängt nach wie vor als Erinnerung des royalen Besuchs im Hotel.

Für Abwechslung bei den Abfahrten ist auf jeden Fall gesorgt, denn das umschlossene Skigebiet Arosa-Lenzerheide zählt ganze 225 Pistenkilometer. Während unseres Aufenthalts durften wir die kultigen Holzschlitten des Hotels kostenlos ausleihen und erkundeten gleich die verschiedensten Hänge. Auf der Mittelstation Tschuggen angekommen, mussten wir natürlich auch in der weit über die Kantonsgrenzen hinaus bekannten Kuhbar zum Après-Ski einen Halt einlegen und uns eine volle Dröhnung Schlagerhits reinziehen.

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Penthouse Suiten mit Weitblick

Während eines Hotelrundgangs durften wir auch die neurenovierten Penthouse Suiten besichtigen. Auf 70 respektive 90m2 strahlen diese eine Wohlfühloase der Superlative aus. Die Sterne beobachtet man dann gleich vom eigenen Wohnzimmer aus und hinzu kommt, dass jede der eleganten Suiten mit einem grosszügigem Balkon und einer einladenden Marmorbadewanne ausgestattet ist. Zur Begrüssung stehen den Gästen jeweils ein Früchtekorb und lokales Mineralwasser und eine Nespressomachine in den Zimmern zur Verpflegung bereit. Hier lässt es sich nach einem ausdauerndem Skitag so richtig gut entspannen.

Der Slogan «Willkommen zu Hause» macht sich spätestens bei der Besichtigung der gemütlich eingerichteten Zimmer und Suiten breit. Das warme Kirschholz, die aus lokalem Stein hergestellten Granitböden und Marmorarmaturen, aber auch die in strahlenden Farben gehaltenen Polstermöbel und Textilien erschaffen eine äusserst wohlige Atmosphäre – wie in einer chicen Ferienwohnung.

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Wohnzimmer einer Penthouse Suite

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Privater Ausblick in die unberührte Landschaft des Schanfigg

Alpinspa

Natürlich gehört auch ein Besuch des Alpinspas zum ganzen Kulmerlebnis mit dazu! Mit den flauschigen Bademänteln geht es mittels privatem Lift direkt in den Wellnessbereich. Hier gibt es verschiedene Zonen: Das Schwimmbad mit dem grossen Pool, dem Jacuzzi und dem seperaten Kinderpool steht Gästen jeden Alters zur Verfügung. Besonders begehrt (und häufig auch gut besucht) sind die Liegen vor der grossen Fensterfront. Hier geniesst man einen ungehinderten Blick auf Fichten, Tannen und schneebedeckte Hänge. Kein einziges Gebäude weit und breit. Auf dieser Seite des Hotels ist Privatsphäre garantiert. In einem seperaten Raum, aber auch für alle zugänglich, findet man eine Liegedusche, wo man eine Sommerregen-Simulation der besonderen Art erleben kann und gleich nebenan eine Lichttherapie für Tiefenentspannung.

Für Hotelgäste ab 14 Jahren steht der eigentliche SPA mit verschiedensten Saunen, Behandlungsräumen und dem Ruhebereich offen. Zu unseren Highlights zählten die sogenannte Elefantensauna (eine finnische 90 Grad Sauna mit kleinen Elefantenskulpturen) und das Dampfbad. Zudem schätzten wir auch den Zugang nach aussen, wo wir unseren Kreislauf nach dem Saunagang mit einem Sprung in den Schnee kurz in einen „wohltuenden“ Schock versetzten. Der gesamte SPA-Bereich ist lichtdurchflutet und strahlt eine sehr private Atmosphäre aus. Die Behandlungen hatten wir zwar bei diesem Aufenthalt nicht selbst getestet, aber das Angebot an holistischen Therapien sah sehr verlockend und umfangreich aus. Im Ruheraum kann man sich frischen Tee zubereiten und sich mit frischen Äpfeln verkosten. Was uns jedoch etwas gefehlt hatte, waren getrocknete Früchte, Nüsse und dergleichen. Aber ansonsten lässt der SPA nichts zu wünschen übrig.

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Die Seele baumneln lassen im lichtdurchfluteten Alpinspa

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Genau das Richtige nach einem Tag auf der Piste: Detox und Tiefenentspannung

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Heisser Tee im Ruheraum

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Ruheraum mit (privatem) Ausblick in die Ferne

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Louis regt seinen Kreislauf an nach dem Saunagang

Kul(m)inarische Höhenflüge

Skifahren macht hungrig und für Gast, die selbst länger als eine Woche im Kulm gastieren, ist im Kulm für kulinarische Abwechslung mit seinen 6 Restaurationen zweifelsohne gesorgt. Das bodenständige Muntanella zelebriert heimische Küche mit besten Zutaten von lokalen Lieferanten und Produzenten. Hingegen wird im thailändischen Fine-Dining-Lokal Ahaan Thai, die geschmackliche Vielfalt Thailands in all seinen Facetten zelebriert. Das Stüva Cuolm, das sich gleich neben dem Skilift Tschuggen befindet rückt die Toskanische Küche in den Mittelpunkt und im rustikalen Piz Kulm, kommt man kuschelig aneinander gerückt in den Genuss eines traditionellen Fondue oder Raclette. Das Piz Kulm, so sagte man uns, kann auch für private Anlässe gebucht werden und wurde auch für manche Verlobungen in Szene gerückt. Auch das Frühstückslokal ‘1882’ überzeugt mit hausgemachten Konfitüren, frischen Broten, frischgepressten Säften und Eierspeisen à la carte. Etwas lockerer ist die Atmosphäre in der Taverne mit den urchigen Sitzbänken und der nostalgischen Kegelbahn, die wir dann auch gleich selbst austesten durften.

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Lokale Spezialitäten als Appetizer

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Vanille-Parfait mit hauchdünnen Birnen

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Zartes Schweinefilet in Rotweinjus

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Kuhglicken wo man nur hinsieht (Deckendekor im Muntanella)

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Muntanella Küchenchef Florian Mainzger

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Urchige Sitzbank in der Taverne

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Brunchen mit Ausblick

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Brottheke im Frühstückslokal 1882

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Frischer Fisch aus Zucht am Morgenbuffet

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Für jeden die passenden Cerealien

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Frühstückstation mit Eiern nach Wahl

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Dekor des Ahaan Thai

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Gemischte thailändische Appetizer

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Authentische Thaicurry mit Shrimps, Ente und Poulet

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Urchiges Fonduestübli im innern des Piz Kulm

Unser Fazit

Das Generationenhotel, wie sich das Fünfsternehaus Arosa Kulm selbst bezeichnet, wird knapp zu 70% von Stammgästen besucht. Im Gegensatz zu Davos richtet sich das ausgelassene Angebot des Skigebietes Arosa vor allem an Familien. Das Kulm steht nicht nur für Tradition, herzliche Gastlichkeit, Top-Service, sondern auch für eine gelassene Atmosphäre, die selten in Fünfsternehäusern der Fall ist. Hier ist jeder willkommen, auch als externer Gast, der sich entweder im SPA oder in einen der sechs Restaurants kulinarisch verwöhnen lassen will.

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