Into the Wild – 3 Tage in der Alpenwelt Karwendel

Letzten Herbst war ich auf Deutschland-Entdeckungstour und durfte mich bei meiner letzten Station mit traditionellen Bräuchen, jahrhunderte altem Handwerk und atemberaubender Natur auseinandersetzen.

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Heustadl, dahinter das Karwendelgebirge (Foto: Zenz)

Die Reise ins „Unbekannte“ führte mich in die Alpenwelt Karwendel, zu einer Ortschaft namens Mittenwald (Landkreis Garmisch-Partenkirchen), das für den traditionellen Instrumentenbau bekannt ist, aber auch ein Ort für aktive Naturliebhaber ist. Mittenwald ist die deutsche Ableitung aus dem Lateinischen „Media Silva“! Und tatsächlich ist der Name Programm, umgeben von 133 km2 Fläche Wälder liegt die überschaubare Gemeinde Mittenwald.

Hier hängt der Himmer voller Geigen

Das bekannte Sprichwort stammt vom früheren Brauch ab, dass die (noch unfertigen) Geigen an den Balkonen der zahlreichen Werkstätten zum Trocknen des Leims draussen aufgehängt wurden. Denn tatsächlich ist die Geschichte des Instrumentenbaus kaum zu übersehen; hier sind die Urväter des Geibenbaus and anderen Saiteninstrumenten  nicht nur in Form von Bronzeplastiken verewigt, sondern man liest auch ihre Namen in den zahlreichen Werkstätten, die seit Generationen fortgeführt werden. Seit über 300 Jahren gibt es hier Geigenbauer, die mit feinster Handarbeit die unterschiedlichen Saiteninstrumente nach Wunsch bauen. Man sagt sogar, dass das Know-How von hier aus in die weite Welt hinaus kam. Derweil gibt es noch ca. 12 Geigenbauer, die das Handwerk weiterführen.

Matthias Klotz (1653-1743) gilt als Begründer des Geigenbaus, sein Denkmal wurde unmittelbar vor dem auffallenden Kirchturm der Sankt Peter und Paul Pfarrkirche errichtet. Ihm wurde auch das Geigenbauermuseum an der Ballenhausgasse gewidmet, wo auch alle Motive der Lüftlmalerei zu sehen sind. Das Museum ist sicher einen Besuch wert, ich würde ca. 1h einberechnen.

Besonders empfehlenswert ist eine kulturelle Führung zur Geschichte und der Bedeutung der Lüftlmalerei. Die bürgerlich-bäuerliche Fassadenmalerei wird mit der Freskotechnik auf die Hausfassaden angebracht und mit dem Verputz vermischt, so kann sie selbst über Jahrhunderte überdauern. Zu den Motiven findet man viele Geschichten aus der christlichen Ikonografie, sowohl als auch Szenen aus dem bäuerlichen Leben. Oftmals sind auch viele Täuschbilder (Trompe l’oeil) integriert, die damals ein Haus sehr wertvoll erschienen liessen. Besonders markant sind die aufgemalten römischen Säulen am Kirchturm der Sankt Peter und Paul Pfarrkirche.

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Mittenwalds Fussgängerpromenade  (Foto: Zenz).
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Matthias Klotz Denkmal (Foto: Zenz)
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Häufigstes Motiv der Lüftlmalerei: Christliche Ikonografie …  (Foto: Zenz)
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… und ländliche Idylle (Foto: Zenz)
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Das Geigenbaumuseum an der Ballenhausgasse (Foto: Zenz)
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Einblicke in die Utensilien eines Geigenbauers (Foto: Zenz)
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Nebst Instrumenten werden hier auch Fasnachtslarven hergestellt (Foto: Zenz)

Der Postkeller ist Deutschlands höchstgelegene Privatbrauerei und auch ein Restaurant mit richtig defitger Hausmannkost. Die deftige Kost konnte mich richtig überzeugen und auch die Portionen sind sehr grosszügig. Bei grösseren Gruppen kann auch eine Besichtigung der Brauerei organsiert werden. Unbedingt das Naturtrüb probieren!

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Mittenwalds Postkeller: die höchstgelgene Privatbrauerei Deutschlands (Foto: Zenz)
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Deftig, aber lecker: Spätzle im Pfännle (Foto: Zenz)

Zwei Nächte in der Gröbl-Alm

Am Hang des Kranzbergs befindet sich die Gröbl-Alm. Im Drei-Sterne-Alpengasthof durfte ich zwei Nächte verbringen und genoss von meinem Zimmer mit Balkon aus eine weitreichende Sicht auf Wiesen und Heustadl. Das Landhotel verfügt über eine eigene Schnapsbrennerei und viele hausgemachte Spezialitäten. Wer in die Almstube vorbei kommt, sollte unbedingt Platz für Dessert freihalten, denn die hausgemachten Windbeutel aus Brandteig mit Crèmefüllung sind der absolute Genuss!

Mein Lieblingsplatz war die Sonnenterrasse  des Restaurants; ein Panoramablick auf das Karwendelgebirge mit den hellgrauen Kreidefelsen und der Ortskern von Mittenwald. Äusserst empfehlenswert ist die typisch bayrische Hausmannskost und auch der Hauswein passte ideal zu einem lauen Sommerabend. Hier kann man ausgelassen den Blick über die raue Natur schweifen lassen und absolute Ruhe vorfinden.

Hier gibt es eine virtuelle 360-Gradansicht des Wahnsinnspanoramas.

Wer zur Gröbl-Alm hinauf kommt, sei es als Übernachtungsgast oder schlicht zur Einkehr, erlebt ein äusserst gastfreundliches und aufgewecktes Personal mit bayrischem Charme in traditionellen Trachten und findet garantiert Ruhe und Entspannung nach einem aktiven Tagesausflug auf den zahlreichen Wanderrouten!

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Idylle pur – die Gröbl-Alm (Foto: Zenz)
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Einladender Alpengasthof: Gröbl-Alm  (Foto: Zenz)
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Hausspezialität: die Windbeutel aus Brandteig (Foto: Zenz)

Alle Jahre ein Spektakel: Der Ziegen-, Kuh- und Schafsabtrieb

Immer im Spätsommer, wenn die Schafe gemeinsam mit den Hirten ihre Sommerweide verlassen und in ihre Ställe zurückkehren, dann verwandelt sich ganz Mittenwald in einen tierischen Umzug. Am Folgetag, dem sogenannten «Schafscheid», werden die Schafe wieder ihren Besitzern zugeordnet und es wird sogar nach den schönsten Schafen gesucht!

Besonders hängen geblieben sind mir die vielen Kinder, die mit ihren Lederhosen und den kleinen Hirtenstöcken im Gleichschritt mit den Schafen marschierten und mit den Schafen herumalberten.

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Zeit die Sommerweide zu verlassen (Foto: Zenz)
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Diese „Buabn“ haben sich für die bequeme Art des Almabtriebs entschieden. (Foto: Zenz)

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Manche Schäfchen brauchen wohl etwas Unterstützung auf dem Weg (Foto: Zenz)
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Am Schluss gehts noch den Wald hinauf bis zur Einkehr (Foto: Zenz)

Drei-Seen-Wanderung rund um den Kranzberg

Die Alpenwelt Karwendel mit seinen drei Gemeinden Wallgau, Krün und Mittenwald sei die schönste Landschaft Bayerns. Und man kann sehr gut nachvollziehen woher diese Bewunderung herkommt: Malerische Bergseen, schroffe Felswände und idyllische Waldwege durchziehen die Landschaft. Da es während meines Besuches noch relativ warm war, entschied ich mich für eine 3-stündige Wanderung vom Schmalensee, Lautersee bis zum Ferchensee. Ganz in der Nähe des Lautersees gibt es zudem einen Walderlebnispfad mit 12 Stationen, wo man die Natur spielerisch entdecken kann.

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Lautersee in Mittenwald (Foto: Zenz)
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Entlang des Walderlebnispfades (Foto: Zenz)
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Ein Selfie zwischendurch erfreut das Gemüt, besonders wenn die erste Etappe geschafft ist (Foto: Zenz)
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Fast immer zu sehen, die schroffen Felswände des Karwendelgebirges (Foto: Zenz)
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Ein mystischer Ort? Die Findlinge am Steingarten (Foto: Zenz)
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Seerosen im Ferchensee, leider nicht in der Blütezeit (Foto: Zenz)

Für wen eignet sich ein Urlaub in der Alpenwelt Karwendel?

Wer raue Natur sucht und gern aktiv ist, der wird hier auf alle Fälle fündig. Besonders für Mountainbiker, Wanderer und Bergsteiger ist Mittenwald ein Paradies schlechthin.

Für mich war der 3 Tagesbesuch zu Beginn ein kleiner Kulturschock. Bisher kannte ich vom Bundesland Bayern nur die Grosstadt München und Münchner sind ja bekanntlich keine Bayer sondern Münchner. Aber ich durfte feststellen, dass auch die ländliche Region Bayerns seine Vorzüge hat und sich bestens für einen Mountainretreat eignet! Der bayrische Charme ist nach drei Tagen garantiert bei mir angekommen und die faszinierende Verankerung der Ortgeschichte samt der Entstehung des Geigenbaus macht ein Besuch in Mittenwald umso sehenswerter!

Der einzige Nachteil ist die längere Anreise mit dem Zug oder die weite Entfernung zu den nächstgelegenen Flughäfen München (142km) und Innsbruck , Österreich (42km). Von Zürich HB aus muss man mit der besten Zugverbindung via Innsbruck schon mit mindestens 5 Stunden rechnen. Ein kleiner Trost: während der längeren Zugfahr ist wenigstens das WLAN auf dem Streckennetz der ÖBB kostenlos.

Besondere Anlässe:

  • Bozner Markt –  der historische Handels- und Handwerkermarkt findet vom 5. bis 13. August 2017 statt.
  • Der spätsommerliche Almabtrieb findet demnächst wieder am 9. September 2017 statt.
  • Fasnacht heisst in Oberbayern Fasching, wo man unzählige Maschkera sieht. Das Highlight ist der Unsinnige Donnerstag am 23. Februar 2017, welcher gleichzeitig in allen drei Gemeinden Wallgau-Krün-Mittenwald zelebriert wird.

Besuchte Adressen im Überblick:

  • Tourist-Information Mittenwald, Dammkarstr. 3, 82481 Mittenwald- Gute Beratung vor Ort mit vielen hilfreichen Wanderkarten und diversen buchbaren Führungen zur Kultur und Geschichte Mittenwalds
  • Gröbl-Alm, Gröblalm 2, 82481 Mittenwald / Oberbayern – Gemütlicher Landgasthof für Ruhesuchende, auch ideal für Tagesgäste mit toller Aussicht
  • Geigenbauermuseum, Ballenhausgasse 3, 82481 Mittenwald, Öffnungszeiten 10-20 Uhr. – Zweistöckiges Museum, teilweise sehr stark frequentiert.
  • Postkeller, Innsbrucker Str. 13, 82481 Mittenwald – Privatbrauerei mit Restaurantbetrieb, grosse Auswahl an hausgebrauten Bieren (mit Reinheitsgebot), für jeden hats garantiert ein „Platzerl“.

Gentleman’s Weekend at Lausanne Palace

Letztes Wochenende wollten mein bester Kollege Louis und ich einfach nur dem Sauwetter entkommen. Da zur Zeit in der ganzen Schweiz Regen angesagt war – mussten wir uns einen „Notfallplan“ ausdenken.

Und was gibt es besseres, als sich 24 Stunden in einem Luxushotel zu „verkriechen“ und alle Vorzüge einer Suite und des Wellnesstempels vollstens auszukosten? Da kam uns ein Abstecher in die Romandie sehr gelegen! Schliesslich kannten wir auch einige Leute dort und hatten, doch noch Hoffnung, dass es, selbst wenn nur für wenige Stunden, trocken bleiben würde.

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Lausanne Palace & Spa (Foto: Zenz)

Welcome at the Lausanne Palace & Spa

In knapp 2 Stunden erreicht man Lausanne von Zürich aus konfortabel mit dem Inter-Regio. Wir entschieden uns für die Strecke via Neuchâtel und sahen gleich auch noch die malerischen Lavaux-Terrassen. Gleich nach der Ankunft am Gare de Lausanne ging es auf die einzige U-Bahn der Schweiz, die Métro von Lausanne. Geografisch gesehen ist Lausanne eine einzigartige Stadt mit Höhenunterschieden von bis zu 500 Metern! Die verschiedenen Ebenen und Hochbrücken sind etwas gewöhnungsbedürftig, können aber mit den vielen Aufzügen in der Innenstadt mühelos überwunden werden.

In der Nähe des Quartier du Flon im Herzen der Lausanner Altstadt liegt das Fünfsterne-Hotel Lausanne Palace & Spa, wo wir uns zu den gücklichen Gästen schätzen konnten. Nach dem raschen Check-In wurden wir auf unsere luxuriöse Junior Suite mit Blick auf die Innenstadt, den Lac Léman und die französischen Alpen gebracht. Der Blick aus dem Balkon verschlug uns fast die Sprache – was für ein Naturschauspiel! Die wenigen Sonnenstrahlen schienen durch die graue Wolkendecke und liessen den ganzen Himmel in einem wechselnden Farbenspiel durchschimmern.

Nach dem wir uns im Zimmer eingerichtet hatten und die Vorzüge unseres Zimmers inklusive Willkommenspakets (frische Früchte, Chocolat-Pralinén, Nespresso-Kaffee und kostenlosen Softdrinks aus der Minibar) auskosteten, warfen wir uns den kuscheligen Frotté-Bademantel über um schliesslich den 2’100m2 grossen Spa zu bestaunen.

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Finster und magisch zugleich, der Blick von der Junior Suite (Foto: Zenz)
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Willkommenspaket mit frischen Früchten und 3dl Féchy (Foto: Zenz)
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Im Frottémantel bereit für den Spa (Foto: Zenz)
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Nostalgische Beschilderung zum Spa (Foto: Zenz)

Zuflucht im CBE Concept Spa

Im CBE  (Centre Bien-Être) Concept Spa gibt es garantiert für alle Wellness-Enthusiasten das richtige Wellnessangebot. Im Hauptraum können Aktive im grossen beheizten Hallenbad mit wellenförmigem Sternenhimmel Längen schwimmen, wo nebenan (auf einer Ebene höher) bis zu sechs Personen im grosszügigen Jacuzzi relaxen können. Der Wintergarten ist garantiert der entspannteste Rückzugsort, wo man bei Tee und Lektüre das süsse Nichtstun geniesst. Witziger Anblick – die quadratisch zugeschnittenen Bäume!

Im seperaten Gentleman Spa begann unsere Wohlfühl kur mit dem türkischen Hammam mit 50 Grad bei 100% Luftfeuchtigkeit, anschliessend ging es nach einer eiskalten Dusche Richtung finnische Sauna.

Wer auf sein Training nicht verzichten möchte, findet hier einer der grosszügigsten Gyms, die ich je in einem Hotel erlebt habe. Ein Besuch des CBE Spas sowie eine private Mitgliedschaft des Gyms ist auch für externe Gäste möglich.

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Innen hui – aussen pfui. Der Spa als letzte Zuflucht vom Wetter. (Foto: Zenz)
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Nostalgische Richtungsschilder im Hotelflur (Foto: Zenz)
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Der CBE Concept Spa (Foto: Lausanne Palace & Spa)
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Bestens ausgerüstet, das Hotelgym im CBE Concept Spa (Foto: Zenz)

Private Soirée at the Junior Suite

Da an diesem Wochenende in Lausanne nicht viel los war (ja vergleichsweise zu Zürich ist das Angebot etwas beschränkter), liessen wir einfach unsere eigene kleine Cocktailparty steigen. Ausgerüstet mit einer UE Boom (Bluetooth-Lautsprecher) spielten wir alte französische Chansons ab und feierten, wo es eben doch am schönsten ist!

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Louis und sein Chaise-Longue (Foto: Zenz)
Entspannter Abend unter sich (Foto: Zenz)

Über die John Legend BELVEDERE (RED) Limited Edition 

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Esther Mahlangu und John Legend

Seit letztem Jahr hat der Luxus-Vodka-Brand BELVEDERE den US-amerikanischen Soulsänger John Legend als neuen Markenbotschafter verpflichtet. Mit seinem persönlichen Engagement unterstreicht er die Werte von (RED): Sicherheit, positive Veränderung,  gegenseitige Unterstützung und Einheit. Das knallige Tribal-Design dazu hat die Südafrikanische Künstlerin Esther Mahlangu beigesteuert. Zusammen mit Legend stand sie für die Kampagne #MAKETHEDIFFERENCE vor der Linse.

Aus dem Umsatz der John Legend gewidmeten Sonder Edition gehen 50%  zur Bekämpfung von HIV/AIDS, Tuberkolosis und Malaria!

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BELVEDERE (RED) Limited edition mit Tribal-Designs der Südafrikanischen Künstlerin Esther MahlanguSeit 5 Jahren

BELVEDERE VODKA unterstützt seit 5 Jahren (RED)-Produkte und leistet somit einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung von HIV/AIDS, Tuberkolosis und Malaria. Seither konnte die  von U2-Frontmann Bono und Aktivist Bobby Shriver gegründete Organisation mehr als 350 Millionen USD sammeln.

Hier könnt ihr in Echtzeit nachschauen, in welche Regionen die Spenden hinfliessen.

Rückzugsort mit persönlicher Note: Entspannen im Waldhotel Davos

Mitte Dezember genoss ich ein stressfreies Wochenende in Davos, wo ich die Vorzüge des Viersterne-superior-Hauses, das Waldhotel Davos und seine Geschichte kennenlernen durfte. Stets dabei die Wärme und Gastfreundschaft des Direktorenpaars Maria und Bardhyl Coli, welche beide Feuer und Flamme für ihre Gäste sind.

In diesem Hotelbericht erfahrt ihr worin sich das Waldhotel Davos von anderen Berghotels unterscheidet und was meine persönlichen Highlights waren. Disclaimer: Der zweitätige Aufenthalt folgte auf Einladung und wurde vom Hotel offeriert. Die Berichterstattung widerspiegelt die Meinung des Autors.

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Die Adresse für Individualisten und Genussmenschen (Foto: Zenz)

Die einzigartige Lage

Die erhöhte Lage am Rande des Waldes mit der Aussicht über Tal und Bergspitzen machen das Waldhotel Davos zum idealen Rückzugsort für Erholungssuchende, aber auch für Wintersportbegeisterte. Ab Davos Platz führt ein Hotelshuttle direkt in das Resort. Wer den Ortskern zu Fuss erkunden möchte, erreicht in knapp 10 bis 15 Minuten die Hauptstrasse mit dem Kirchner Museum, den vielen Boutiquen und Ausgehlokalen von Davos sowie der Schatzalpbahn, die mit einmal Umsteigen direkt auf die Piste führt.

Vom Waldsanatorium zum Wohlfühlhotel

Das geschichtsträchtige Gebäude wurde 1911 als Waldsanatorium von Prof. Dr. Friedrich Jessen gebaut und ist bis heute im Besitz der deutschen Familie von Gemmingen. Bis zu den 50ern galt die reine Bergluft als DAS Heilungsmittel gegen Lungenerkrankungen und besonders die Ruhe und Abgeschiedenheit diente der Genesung der Patienten. Dank des Südhangs scheint hier den ganzen Tag über die Sonne, welche man am Besten auf den original „Davoser Liegen“ zu spüren bekommt (diese sind noch heute auf den Balkonen der Zimmer aufgestellt). Bodenhohe Panoramafenster und grosszügige Balkone erinnern an das ehemalige Sanatorium. Für „Gwundrige“ gibt es noch ein Patientenzimmer mit Originalausstattung im Erdgeschoss zu entdecken.

Nicht nur wegen Katia Mann, der Frau des Schriftstellers Thomas Mann, die hier als einer der ersten Kurgäste in Behandlung war, wurde Davos als Luftkurort (für Tuberkulose-Patienten) weltbekannt.

Vor allem der Briefverkehr zwischen ihr und Thomas Mann diente letzlich als Inspiration für Manns bekanntesten Roman „Der Zauberberg“. Wer hierher kommt, wird auf Anhieb den Geist von Thomas Mann und die „heilende“ Wirkung des Zauberbergs zu spüren bekommen.

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Terrasse in der Junior Suite mit original Davoser Liegen (Foto: Zenz)
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Eine Originalaufnahme des ursprünglichen Waldsanatoriums (Quelle: Homepage Waldhotel-Davos)

Rund um die Uhr bestens umsorgt

Wellbeing beginnt hier gleich ab der ersten Minuten und bei uns hiess das bei Ankunft ein Willkommens-Cüpli. Sogleich lernten wir auch die sympathischen Gastgeber des Hauses, das Direktorenpaar Maria und Bardhyl Coli kennen. Nach einer erfolgreichen Sommersaison im Vitznauerhof am Vierwaldstättersee beginnt für beide nahtlos der Winterbetrieb im Waldhotel Davos. Gleich zwei Häuser werden von ihnen abwechselnd gemanagt: Der Vitznauerhof im Sommer und das Waldhotel Davos im Winter. Auch beim Personal gibt es einige, die eine Saison am Vierwaldstättersee und anschliessend in den Davoser Bergen arbeiten würden.

Auf Anfrage wie sie so den Winterbeginn erlebt hätten, meinten sie, dass sie soweit sehr zufrieden seien, da soeben ein Ärztekongress (mit 2000 Knochenbruch-Experten) zu Ende ging und sie sehr gut belegt waren. Das einzige, was Ihnen noch Sorgen bereite, sei das milde Klima (ergo noch kein Schnee), was verständlich ist. Auch Davos bleibt von der Klimaerwärmung nicht verschont! Auch die Rezeptionisten teilte uns mit, dass sie jeden Tag die Wetterprognosen prüfe und endlich auf Schnee hoffe, da viele Individualgäste wetterbedingt und sehr kurzfristig entscheiden würden. Aber trotz der Umstände: Auf das Jakobshorn und Parsenn Weissfluhjoch sei bestens Verlass und somit der Wintersport, zumindest in Davos, gesichert.

Junior Suite with a View – Schlafen im Paradies

Anschliessend wurden wir in den 5. Stock begleitet, wo wir ohne zu übertreiben die schönste Suite des Hauses erhielten. Beim Eintreten der 55m2 grossen Junior Suite stachen bereits die warmen Holztöne des Parketts (aus kanadischem Ahorn) ins Auge und das Licht und die Idylle der Umgebung strömten durch die bodenhohen Panoramafenster direkt ins Zimmer hinein. In der Mitte des Raumes, (im Loungebereich) stand ein echter Kamin aus Valser Granit, der mit echtem (!) Brennholz befeuert wird. Ich habe zwar in meinem Hotelsammelsurium schon einige Kamine gesehen, aber bisher sah noch keinen, den man selber befeuern kann. Bisher kannte ich nur die Gas-Variante, die per Knopfdruck angezündet werden. Was gibt es gemütlicher als vor dem offenen Feuer die Seele baumeln zu lassen und gemeinsame Stunden zu zweit zu verbringen. Das nenn ich Bergromantik pur!

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Gemeinsame Stunden zu zweit gefällig? (Foto: Zenz)
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Wo der Spirit von Thomas Mann noch zu spüren ist (Foto: Zenz)
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Frönen vor dem eigenen Cheminee (Foto: Zenz)

Absolut einzigartig ist die freie Sicht auf das Jakobshorn, welche man direkt vom Bett aus geniessen kann. Selbst von der Badewanne bleibt einem der Blick ins Freie nicht verwehrt. Ein Grund mehr die Vorhänge geöffnet und sich von den ersten Sonnenstrahlen wecken zu lassen. Hier wacht man garantiert mit Wow-Faktor auf!

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Hier würde man am liebsten den ganzen Tag im Bett verbringen (Foto: Zenz)
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Erster Kaffeegenuss mit Sonnengruss (Foto: Zenz)

Genuss und Leichtigkeit im Speisesaal und im Weinrestaurant Mann&Co.

Das Frühstück ist ja bekanntlich die wichtigste Mahlzeit vom Tag und nach einem erholsamen Schlaf freue ich mich besonders auf das Frühstücksbuffet! Wenn es etwas gibt, was mir an Hotelaufenthalten besonders an Herzen liegt, dann ist es das Brunchbuffet. Und das Frühstücksbuffet des Waldhotels lässt keine Wünsche offen. Bei guten Häusern, erwarte ich schon, dass die Esswaren regional und saisonal sind. Auch die gute Auswahl und die Präsentation des Buffets muss richtig Lust machen: Vom Backwarenbereich mit verschiedenen Brotsorten bis zur Theke mit geräuchertem Lachs, frischem Birchermüesli und einer grossen Auswahl an Schweizer Käsespezialitäten wie Brie und Tête de Moine. Selbst warme Eierspeisen können nach Belieben bestellt werden. Ein grüner Smoothie als Vitaminbombe – Kein Problem! Aus dem Korb mit den frischen Gemüsen und Früchten kann man eine beliebige Auswahl treffen und  den eigenen Saft nach Wunsch pressen lassen. Grossartig! Hier könnte ich etlichen Stunden mit Zeitung lesen und Kaffee trinken verbringen und schlicht die Ruhe geniessen.

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Schlemmen am Brunchbuffet (Foto: Zenz)
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Frischer geräucherter Lachs oder lieber Bündner Fleisch? (Foto: Zenz)
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Frisch wie vom Bäcker (Foto: Zenz)
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Auch die Käseliebhaber werden hier begeistert sein! (Foto: Zenz)
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Bestens informiert, da könnte man glatt stundenlang im Speisesaal verweilen (Foto: Zenz)

Wir hatten das Vergnügen und durften gleich zweimal ein mehrgängiges Dîner im Hotel kosten. Einerseits im „Speisesaal“, das für die Halbpensiongäste bestimmt ist und andererseits im ausgezeichneten Weinrestaurant „Mann & Co.“. Küchenvirtuose Karim Schumann gilt mit 28 als einer der jüngsten GaultMillau-Chefs, seine Küche überrascht mit einer leichten, abwechslungsreiche Zubereitung, dabei wird stets auf regionale Zutaten wert gelegt. Das 3-Gang-Menü gibt es bereits ab CHF 90.- (mit Weinbegleitung für CHF 135.-). Die Weinempfehlungen kommen dabei direkt vom Gastgeber und Sommelier Bardhyl Coli, der sich im Haus zudem um den Weinkeller mit über 700 edlen Tropfen kümmert. Beide Lokale, Speisesaal und Mann&Co. waren erstklassig, ich wüsste jetzt nicht welches von beiden ich bevorzugen würde.

Ein Besuch bei beiden Lokalen können wir nur wärmstens weiterempfehlen! Vor dem Abendessen empfehlen wirunbedingt in der „Krokowski-Bar“ vorbeischauen und beim Knistern des Kaminfeuers einen Apèritif geniessen!

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14 Punkte GaultMillau-Genuss im Weinrestaurant Mann&Co. (Foto: Zenz)
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Zwischenstopp zum Apèritif in der Krokowski-Bar (Foto: Zenz)

Der Wellness-Pavillon

Auch der Spa des Waldhotels kann sich auf alle Fälle zeigen lassen! Das einzige Solebad von Davos wirkt mit seinen hellenistischen Säulen wie griechischer Badetempel. Für das Wohlbefinden von Körper, Geist und Seele gibt es nebst einer Dampfgrotte, Sauna, türkischem Dampfbad, auch ein eiskaltes Kneipp um den Kreislauf wieder anzuregen. Auch hier hat man dank der Glasfront freie Sicht auf die Natur und kann auf den Liegen bei Tee und guter Lektüre sich vollstens erholen!

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Wellness pur im Solebad (Foto: Zenz)

Rückzugsort Deluxe: Chalet Berghof im Sertigtal

Im Roman „Der Zauberberg“ schuf Mann einen Beghof, den es nie wirklich gab. Als Hommage an den weltbekannten Schriftsteller erbauten die Besitzer des Waldhotels ein abgeschiedenes Chalet als Luxus-Hideaway im wildromantischen Sertigtal: Das Chalet Berghof Sertig. Wer es also etwas exklusiver mag, kann mit seiner Familie mit maximal 4 Erwachsenen und 3 Kindern sein privates Chalet mieten. Wegen der grossen Nachfrage, sollte man schon weit im Voraus anfragen.

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Chalet Berghof Sertig (Foto: Homepage Waldhotel Davos)

Fazit

Wider Erwarten war es selbst in Davos im Dezember zu frühlingshaft und schlicht zu warm für Schnee. So sah man weisse Bergspitzen und der Fuss des Jakobshorns sowie das Tal in sattem Grün gehüllt. Hoffen wir mal, dass er bald aus seinem Versteck kommen mag! Obwohl ich mich auf eine weisse Winterlandschaft gefreut hätte, stellte dies im Wesentlichen kein Problem dar, schliesslich bin ich nicht unbedingt der grosse Wintersportcrack und auch sonst lohnt sich ein Exkurs in die Berge: Ein Tapetenwechsel und eine wohlverdiente Auszeit, wer könnte da schon nein sagen? Davos generell hat sich bei mir schon einige Male wegen der guten Erreichbarkeit und dem grossen kulturellen Angebot als perfekter „Mountain Retreat“ bewährt und mit dem Waldhotel Davos habe ich den perfekten Ort dazu gefunden mit höchstem Komfort und Leidenschaft, den man als Gast zu spüren bekommt. Die Wintersaison im Waldhotel Davos dauert noch bis zum 2. April an. Weitere Infos zum Hotel gibts hier.

Weitere Highlights in Davos

Der „Eistraum Davos“ ist die neue Erlebniswelt neben der Vaillant Sportarena und steht auf dem ehemaligen Natureisfeld. Der Besuch eignet sich für Gross und Klein und auf den unterschiedlichen Themenwelten wird es garantiert nie langweilig. Der Eintritt kostet CHF 9.- für Gäste (Einheimische CHF 8.-), der Schlittschluhverleih seperat von CHF 6.50.-. Was wäre Davos ohne ein herzhaftes Fondue? Nach dem Exkurs auf dem Eisfeld gehört ein Besuch beim Chalet Capricorn mit Fonduepause einfach mitdazu. Anschliessend gibt es in den Holzhüttchen den passenden Glühwein.

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Schlittschuhplausch im Eistraum Davos (Foto: Zenz)
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Fonduepause im Chalet Capricorn (Foto: Zenz)

Wer das ultimative Wintersportabenteuer sucht kann während des erstmalig stattfindendem Backcountry Festivals vom 26. bis 29. Januar 2017  unterschiedliche Kurse und Workshops von einheimischen Bergführern besuchen und den Winterbergsport neu entdecken.

Sich mit dem Schlitten durch die Seitentäler von Davos chauffieren lassen?  Auch dies ist möglich mit einer Kutschenfahrt durch Davos-Klosters, selbst nachts bei Mondschein!

Der Berg ruft! Abtanzen zu den angesagtesten elektronischen Beats in den Bergen? Das Label Modernity Events organisiert regelmässige Underground-Electro-Dayparties an den aussergewöhnlichsten Locations: Mal in Crans-Montana, dann wieder im mondänen Gstaad und letztens in Davos auf der Schatzalp.

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Kleiner Abstecher auf die Schatzalp an die Modernity Dayparty (Foto: Zenz)

Rückblick: The Vegan Market Zurich

Eines vorweg: Ich bin jetzt weder zum Veganismus konvertiert noch plane ich auf den Fleischkonsum zu verzichten. Dennoch hat mich die Neugier und Lust an der veganen Küche gepackt und ich wollte endlich Klarheit in meinem Kopf schaffen bezüglich der Labels „vegan“, „raw vegan“ und ähnliche. Als dann auch noch eine Einladung an den Vegan Market Zürich reinschneite, nahm ich ohne Zögern am Event teil. In der industriellen Halle des EWZ Unterwerks Selnau befindet sich ein vielseitiger Marktstand mit veganem Streetfood, veganen Accessoires ja sogar vegane Tattoos (!) kann mich sich hier an einem Booth stechen lassen.

Vegan Streetfood

Unbedingt probieren solltet ihr die Vegan Wrapburgers, die tibetischen Dumplings, sowie das rassige Chili con Carne. Ausserdem findest du viele vegane Zutaten für deinen Heimbedarf wie Samensprossen zum selber kultivieren oder leckere Salatsaucen in allen Variationen. Eines steht fest, die vegane Küche ist vielseitiger als man glaubt!

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Allerlei zu entdecken am „The Vegan Market Zurich“ (Foto: Zenz)
Ja sogar Tattoos können vegan sein (Foto: Zenz)
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Vegane Wraps nach eigenem Gusto (Foto: Zenz)
Kleine Orientierungshilfe am Marktplatz (Foto: Zenz)
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Teigtaschen mit Spinatfüllung (Foto: Zenz)
Chili sin Carne, dafür mit viel Schärfe (Foto: Zenz)

Kochshow: Zubereitung von Raw Vegan Tapas

Völlig überraschend durfte ich am ersten Tag sogar als Küchenhelfer Teil der Kochshow werden und als „ungeübter Koch“ die Gurken und die Kohlräbli rüsten und bei der Zubereitung der „Raw Vegan Tapas“ mithelfen. Die Rezeptidee stammt von der Vegan-Pionierin Bettina Pfiffen (Gründerin des Portals Vegan Rocks).

Und ich muss ehrlich zugeben die Ravioli-Look-Alike aus Kohlrabi mit Avocado-, Cashew-und Kräuterfüllung waren superlecker und einfach in der Zubereitung! Ideal für den nächsten Apèro mit Freunden bei sich zuhause. Passend dazu gabs einen vollmundigen, taninhaltigen, vegangen Rotwein von Languedoc Weinen. Eine lustige Erfahrung, die bei mir  definitiv noch länger in Erinnerung bleiben wird.

Erstes Fazit: Vegane Küche beinhaltet viel Gemüserüsten (Foto: Zenz)
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Abschlussfoto nach getaner Arbeit. Cooking is fun! (Foto: Zenz)

We’re f**** vegan

Der Begriff „Vegan“ hat ja schon viele Konnotationen und ist auch mit vielen Vorurteilen behaftet; Veganlebende Menschen würden sich dogmatisch an strikte Verhaltensregeln halten oder andere versuchen von ihrem veganen Lebensstil zu überreden macht seit je her die Runde. Andererseits hat auch die wachsende Popularität unter Meinungsführern (heute Influencer) dazu geführt, dass „vegan“ zu einem Lifestyle wurde und den Status eines Hipsterkults erlangte. Man kann darüber debattieren, ob dieser Status auch ein wenig selbstverschuldet ist. Man beachte nur das überstellte Packaging samt Illustrationen, das Social-Marketing auf Foodblogs, sowie das Weiterempfehlen von bekannten Youtubern, die dem Ruf des veganen Hipsterkults alle Ehre machen.

Klare Ansage von „UNMEAT“ (Foto: Zenz)
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Illustrationen nach Hipstermanier (Foto: Zenz)
Untergeschoss: Mit Sockel zum Ausstellungsobjekt (Foto: Zenz)
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Selbst die Gymfreaks müssen auf ihr veganes Proteinpülverlein nicht verzichten (Foto: Zenz)

Ein Hauch Vegan for everyone

Der Hype oder heutzutage spricht man auch von Social Buzz dient ja letztlich dazu Hemmschwellen abzubauen und ein breiter Teil der Bevölkerung auf das Thema „vegane Ernährung“ zu sensibilisieren. Ein Vorreiter  für die Bewegung war sicher auch das Trendlokal Hielt, welches seit 1898 ausschliesslich vegetarische und vegane Küche serviert und so das kulinarische Konzept erstmalig massentauglich machte. Wer also mehr über die breite Palette der veganen Welt erfahren und schlussendlich kosten möchte hat noch bis diesen Sonntag 4. Dezember die Möglichkeit den Vegan Market Zürich zu besuchen und sich selber eine Meinung zu bilden.

 

 

The Vegan Market Zürich

  • EWZ Unterwerk Selnau, Selnaustrasse 25, 8001 Zürich
  • Samstag 3.12 10:00 bis 22:00 Uhr
  • Sonntag 4.12 10:00 bis 18:00 Uhr
  • Weitere Infos unter: www.theveganmarket.ch

Buchlesung Widder Blues by Helmi Sigg

Letzten Montag lud die preisgekrönte Widder Bar, welche vor kurzem die Auszeichnung „Schweizer Bar des Jahres“ an den Mixology Awards 2017 abgeräumt hatte, zur Buchlesung ein. Für Schriftsteller, Journalist und Schauspieler Wilhelm „Helmi“ Sigg ist es bereits die dritte Geschichte mit Schauplatz in einem Zürcher Hotel. Nach „Storchenglück“, „Dolderherz“ folgt nun „Widder Blues“ mit Hauptschauplatz im  Widder Hotel in Zürich.

Um den Rahmen der fiktionalen Geschichte zwischen Max und Colette so wahrheitsgetreu wie möglich zu erzählen, begab sich Sigg tagelang auf Recherche im 700 Jahre alten Bau am Rennweg 7, das auf eine 10-jährige Umbauzeit durch Architektin Tila Theus zurückblickt und aus 9 aneinander liegenden Häusern besteht.

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Aussen 700 Jahre Geschichte, innen modernstes Design voller Details (Foto: Widder Hotel).

Die limitierte Auflage des Buches „Widder Blues“ wurde den Stammgästen und Freunden des Widder Hotels geschenkt und ist in Zusammenarbeit mit Zürich Tourismus und in enger Absprache mit der Geschäftsleitung des Hotels entstanden. Wer zu den Glücklichen Besitzern des Buches gehört und schon mehrere Male im Widder zu Gast war, wird auch den einen oder anderen Namen eines Mitarbeiters wiederfinden. 

Nach der Lesung im gedimmten, gestuhlten Ambiente, fand noch ein lockerer Austausch bei Pianomusik und Apéro riche mit leckeren Hausspezialitäten des Widders statt.Von der grafischen Gestaltung des Covers, bis zur detailverliebten Sprache des Schriftstellers wirkt die Umsetzung des Romans sehr gelungen und der Schriftsteller Sigg blieb noch länger in der Bar um die Geschenksexemplare zu unterschreiben, war aber auch für lockeren Smalltalk zu haben. Man kann gespannt bleiben, welches Hotel als nächstes zum Schauplatz Siggs Romanhelden wird.

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Helmi Sigg und sein neuester Streich „Widder Blues“ (Foto: Zenz).
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Buchlesung mit Bluescharakter (Foto: Zenz).
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Mit Evergreens unterhielt dieser Kanadische Musiker die Widdergäste (Foto: Zenz).
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Einzig für den Abend kreiert: der Whiskey-Cocktail „Widderblues“ (Foto: Zenz).

Entdeckungstour durch das Zermatt Village am #ZermattUnpluggedKaufleuten

Auch wenn der berühmteste Berg der Schweiz im Wallis steht, war zumindest sein Spirit für ein paar Tage in Zürich zu spüren. Das bekannte Unplugged Festival am Fusse des Matterhorns gastierte für drei Tage im Zürcher Traditionsklub Kaufleuten. Die namhaften internationalen Acts waren nicht auf den Zermatt Unplugged Bühnen in den unterschiedlichsten Gasthäusern und Betrieben Zermatts (inklusive der höchsten Jazzbühne Europas – hier könnt ihr mehr darüber lesen), sondern performten zum zweiten Mal auf den unterschiedlichen Schauplätzen des Kaufleuten Klubs Zürich.

Es kommt nicht häufig vor, dass das gesamte Kaufleuten nur für eine Veranstaltung genutzt wird und sich einen komplett anderen «Anstrich» verpasst. Bereits von aussen her waren die grossen Leuchtbuchstaben nicht zu übersehen, denn die Ferienregion Zermatt hatte das gesamte Kaufleuten in Zürich besetzt und wurde somit für 9’000 Besucher zum Begnungsort der akustischen Musik mit anschliessenden Parties und Top Dj-Sets.

Zermatt Unplugged Kaufleuten 2016
Zermatt Unplugged Kaufleuten 2016 (Foto: Rob Lewis)

Beim diesjährigen Staraufgebot (Emiliana Torrini, Gabrielle, Simple Minds, Nada Surf und viele mehr) kamen die Festivalgänger erneut ins Schwärmen und liessen sich von der intimen Atmosphäre anstecken. Auf den New Talent Stages wurden zudem frische Acts dem anspruchsvollen Zürcher Publikum präsentiert und gleich im Anschluss an die Unplugged-Sessions wurde zu elektronischer Musik getanzt. Unter anderem traten Frontfrau Skin mit ihrem DJ-Set sowie der bekannte Berliner Techno-Pop-Künstler Jan Blomqvist & Band auf.

Aber auch zahlreiche Schweizer Acts wie Tawara, Andrea Bignasca, Marius Bär oder The Company of Men waren verteten und bespielten die Bühnen der Kaufleuten Lounge und das Restaurant.

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Andrea Bignasca, Stimmwunder aus dem Tessin (Foto: Rob Lewis)
Zermatt Unplugged Kaufleuten 2016
Simple Minds (Foto: Rob Lewis)
Zermatt Unplugged Kaufleuten 2016
Nada Surf (Foto: Rob Lewis)

Walliser Spezialitäten im Zermatt Village

Wer kein Konzertticket mehr ergattern konnte hatte die Gelegenheit zumindest das Zermatt Village auf der Dachterrasse zu besuchen, welches mit gemütlichen Lounges, Fellen und Wärmepilzen eingedeckt war. In gemütlichem, winterlichen Gewand präsentierte sich die Feriendestination Zermatt von seiner kulinarischen Seite; feinste Walliser Teller, edle Tropfen wie Heida und ein richtig feines Raclette gab es für den kleinen oder grossen Hunger zwischendurch. Ausserdem lag der Geruch von Trüffeln förmlich in der Luft, denn das bekannte Lokal Cervo Zermatt brachte seine Dauerrenner, die Trüffelfries, mit nach Zürich und für CHF 8.50 sogar noch ziemlich preiswert!

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Fiona und ich empfehlen die Trüffelfries by CERVO ZERMATT (Foto: Zenz)

Entdeckungstour durch das ZU Kaufleuten

Zusammen mit meiner Kollegin Fiona genoss ich einen abwechslungsreichen Festivalabend, einerseits in kuscheliger Stubenatmosphäre in der Lounge und andererseits in ausgelassener Feierstimmung im grossen Festsaal. Für euch haben wir ein kleines Follow-Me-Around Video am Zermatt Unplugged Kaufleuten.

Somit wünschen wir euch viel Spass bei unserer kleinen Entdeckungstour am Zermatt Unplugged Kaufleuten: 

SAVE THE DATES!

  • Vom 4. bis 8. April 2017 feiert das Zermatt Unplugged sein zehnjähriges Bestehen. Die Austragungsorte werden noch exklusiver und man kann gespannt sein, welche grossen Acts im Jubiläumsjahr nach und nach bestätigt werden. Eines bleibt klar es wird bestimmt die eine oder andere Überraschung beim Unplugged-Festival in den Bergen geben!
  • ZU Kaufleuten: Alpines Flair zum dritten Mal in Zürich am nächsten Zermatt Unplugged Kaufleuten vom 26.-28. Oktober 2017.

Auf Zeitreise in Ulm #Bloggerchallenge Teil 3

Die zweite Station meiner Deutschland-Bloggerreise widmete sich ganz dem Thema „Fluss“, genauer gesagt der Donau an der Zwilingsstadt Ulm / Neu-Ulm. Hier kann man mit einer Brückenüberquerung gleich zwei Bundesländer besuchen, denn Ulm gehört dem Bundesland Baden-Württemberg an, Neu-Ulm auf dem gegenüberliegendem Ufer der Donau hingegen zu Bayern. Von diesem Gebiet Deutschlands kannte ich, mit Ausnahme vom Ulmer Münster, bisher nur wenig, darum war ich gespannt was mich hier erwarten wird!

Meine Deutschlandtour startete in Berlin (wie ihr vielleicht bereits bei Teil 1 und Teil 2 mitbekommen habt) nach 4 Tagen gings schlussendlich mit dem ICE der Deutschen Bahn weiter nach Ulm Hauptbahnhof (eine 6-stündige Fahrt). Während der Zugfahrt schweifte mein Blick immer wieder nach draussen: Satte grüne Wiesen, ja sogar grosse Windräder waren von der Fahrt aus zusehen und mit der richtigen Lektüre und dem Onboard-Bistro verging die Zeit im Nu!

Das Ulmer Fischerviertel – Schlafen am Fluss

Meine Unterkunft für die zwei Tage war das Hotel „Schmales Haus“ im süssen Fischerviertel, dem ältesten Stadtteil Ulms. Auffällig sind die baulichen Kontraste der Stadt. Und dies überrascht wenig, wenn man bedenkt, dass knapp 80% der Stadt während des zweiten Weltkrieges zerbombt und wieder neu aufgebaut werden musste. Das Fischerviertel verkörpert noch das ursprüngliche Ulm: Pflastersteinwege und traditionelle Fachwerkhäuser zieren sich durch die vielen verwinkelten Gassen durch. Wer nah am Wasser schlafen möchte ist hier sicher an der richtigen Adresse. Denn in diesem friedlichen Quartier ist man überall von Wasser umgeben. Mein Hotel „Schmales Haus“ beispielsweise befand sich zwischen zwei Nebenflüssen, auch „Kleine und Grosse Blau“ genannt. Überall hört man es plätschern und mein Hotelzimmer im Parterre war sogar auf Augenhöhe mit dem Fluss – Noch näher am Wasser geht nicht!

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Fachwerkhäuser weit und breit (Foto: Zenz)
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Zimmerausblick vom Hotel „Schmales Haus“ (Foto: Zenz)
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Die Nebenflüsse der Donau, hier die kleine Blau (Foto: Zenz)
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Eine Abbildung des Ulmer Spatz‘ (Foto: Zenz)

Tag 1: Historische Stadtführung mit Besuch des Ulmer Münsters

Am ersten Tag wollte ich mehr über die Geschichte Ulms lernen, also nahm ich an einer Stadtführung teil und erfuhr beispielsweise vom florierenden Textilhandel auf Flössen während, der während des Mittelalters Ulm zu einem wichtigen Knotenpunkt zwischen Afrika, Indien und Wien machte. Hier wurde der Leinenstoff mit 20% Baumwollanteil geboren, dies diente dazu die Stoffe weniger kratzig zu machen und auch die ersten Jeans (früher Olmes genannt) des deutsch-amerikanischen Erfinders Levi Strauss seien hier entstanden.

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Fassadenmalerei des mittelalterlichen Handels auf Flössen (Foto: Zenz).

Ulm war auch die Stadt der Blaufärberei und das deutsche Sprichtwort „Blau machen“ hat auch hier seine Ursprünge: Durch die Zufuhr von Waid und Harnstoff konnte man die gewünschte blaue Farbe herstellen. Es war Brauch, dass man Sonntags die Tücher nach dem „fleissigen Bechern“ vollnässt und an der Sonne trocknet. Im Halbrausch seien dann die Tücher von fleissigen jungen Männern immer wieder gewendet worden. Nebst dem Textilhandel war Ulm auch als grosser Handelsplatz für Wein und Schnecken bekannt, welche auf grossen Flössen weiter nach Wien transportiert wurden. Auch die Ulmer Schmiedekunst und das „Ulmer Bargeld“ zählten zu den wichtigsten Exporgütern.

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Häuserfassade „Schönes Haus“ im Fischerviertel (Foto: Zenz)

Die Führung startete am Münsterplatz beim Stadthaus „Ulmer City Marketing“ und ist kostenlos mit der Ulm Card. Der Rundgang dauert knapp 90 Minuten und ist für Neulinge in der Stadt sehr empfehlenswert, da Ulm noch wirklich sehr an seine mittelalterliche Geschichte verwurzelt ist. Zu Fuss erkundet man in einer kleinen Gruppe das Fischerviertel, erfährt die Hintergrundgeschichten zur ersten deutschen Kaiserpfalz bis zur Gründung des heiligen römischen Reiches und besucht zudem noch den grössten Kirchenbau der Welt, das Ulmer Münster (162m). Der Bau des Ulmer Münsters dauerte über 300 Jahre und begann 1377 als prunkvoller gotischer Kirchenbau während der Handel noch florierte. Nach 150 Jahren war erst die Halle fertig und die Türme fehlten noch ganz. Als der Handel ins Stocken geriet und die Gotik nicht mehr in Mode war, wurde der Bau eingestellt. Als folglich Neugotik im 19. Jahrhundert Mode war und zugleich auch der Kölner Dom fertiggestellt wurde, nahm man dies zum Anlass um einen 5,5 Meter höheren Turm zu bauen. Somit gilt das Ulmer Münster als höchster evangelischer Kirchenbau der Welt. Innendrin wird man von der Höhe der Decken und der Dimensionen der Kirchenfenstern richtig eingenommen. Zum Teil sind auch moderne Elemente erkennbar, wie die Fenstermotive, die das Elend der Welt symbolisieren.

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Das Ulmer Münster in seiner vollen Pracht (Foto: Zenz)

Während der Führung fällt etwas besonders auf: Ulm brüstet sich gerne mit Weltrekorden: Der höchste Kirchturm der Welt (knapp 5m höher als der Kölner Dom), die mit 40’000 Jahren älteste von menschengeschaffene Kunstskulptur (ein Menschenkörper mit Löwenkopf aus Mammutknochen) , sowie das schiefste Hotel der Welt, das mit 2,5m Unterschied vom Giebeldach bis zum Grundstein sogar einen Eintrag im Guinnessbuch der Rekorde eingeholt hat. Das schiefe Haus ist bestimmt eines der meistfotografierten Motive neben dem Ulmer Münster. Jedes Zimmer hat einen individuellen Schnitt und ist mit einem Bett mit Wasserwaage ausgestattet! Selbst das Parkhaus „Tiefgarage Rathaus“ wird während der Führung als „schönstes Parkhaus Deutschlands“ wegen seines musealen Charakters (durch die Schaustellung der Grabungen) angepriesen. Man merkt die Ulmer sind stolz auf ihre Errungenschaften. ;-)

  • Öffentliche Stadtführungen: Mo-Sa 10 und 14.30 Uhr / So und Feiertag 11.30 und 14.30 Uhr
  • Treffpunkt am Münsterplatz 50 vor dem Stadthaus „Tourist-Info Ulm/Neu-Ulm“
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Das schiefste Hotel der Welt, das Hotel „schiefes Haus“ (Foto: Zenz)

Tag 2: Stand-Up-Paddlen auf der Donau und Radtour zum Kloster Wiblingen

Der zweite Tag in Ulm stand ganz im Zeichen der Donau! Um 9 Uhr in der Früh war ich mit meinem SUP-Instructor Robin am Jahnufer (Seite Neu-Ulm) verabredet. Die Donau war an diesem leicht bewölktem Septembertag gefühlte 12 Grad kalt…brrr. Dank Neoprenanzug war der Einstieg ins Wasser überhaupt kein Problem (ausserdem wird einem von der sportlichen Betätigung warm). Das Stand-Up-Paddle-Angebot gibt es erst seit knapp einem Jahr in Ulm. Durch Mundzumund-Propaganda hat der Trend nun auch in Ulm richtig an Beliebtheit zugelegt. Ich war schon einige Male auf dem Brett, aber SUP auf einem Fluss war neu für mich. Die Strömung der Donau ist nicht allzu stark, daher ist es auch ohne grosse Mühe möglich auf dem Rückweg gegen die Strömung anzupaddeln. Die etwas andere Perspektive der Stadt zu Wasser, besonders die begrünten Ufer und die Brücken, haben mir besonders gut gefallen. Hier treten die Kontraste von Neu- und Altstadt besonders gut hervor. Ausserdem bietet sich die Donau als idealen urbanen Naherholungort an. Das Donaubecken hat auch besonders schön präparierte Radwege und Wiesen, die zum Picknicken und Verweilen einladen.

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Richtig eingepackt für das erfrischende Wasser der Donau (Foto: Zenz)
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Freie Sicht auf die Altstadt Ulms (Foto: Zenz)
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In der Gruppe machts gleich mehr Spass (Foto: Zenz)
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Ulms moderne Architektur am begrünten Donauufer (Foto: Zenz)

Nach einer kurzen Stärkung machte ich mich mit dem gemieteten Rad auf dem Weg zum Kloster Wiblingen. Eine gute halbe Stunde dauerte die Radtour. Auch hier war ich von der guten Beschilderung der Radwege begeistert. Das Kloster Wiblingen hat eine spannende interaktive Ausstellung zur Geschichte des Benediktinerklosters mit der prunkvollen Rokoko-Bibliothek als krönenden Abschluss des Rundgangs.

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Frontansicht des Klosters Wiblingen (Foto: Zenz)
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Rokoko Bibliothek im Kloster Wiblingen (Foto: Zenz)

Besuchte Adressen im Überblick: