Singapur – Clash der Foodkulturen

Dank seiner vielschichtigen Kolonialgeschichte ist die Küche Singapurs von verschiedenen Kulturkreisen beeinflusst. Von einfacher Streetkitchen bis zum sterneprämierten Restaurant, in Singapur kann man sich für jedes Budget satt essen.

In meinem zweiten Blogpost möchte ich euch meine Auswahl der Foodszene in Singapur präsentieren.  Während meines neuntägigen Aufenthalts bin ich relativ zufällig auf diese Lokale gestossen – hier sind meine „Foodtipps“ für deinen nächsten Singapurbesuch!

Chinatown

Die ersten Tage verbrachte ich im relativ jungen Hostel 5footway Inn im Stadtteil Chinatown. Das Hostel hat mich durch seine zentrale Lage und seine moderne Ausstattung überzeugt und bei einem Preis von rund 20 SGD pro Nacht, kann man echt nichts sagen. Die Anlage war sauber und der Check-Inn verlief mühelos. Was mir persönlich, jedoch etwas gefehlt hatte, waren Gemeinschaftsräume, in denen wenigstens am Morgen seinen Kaffee schlürfen und erste Mails checken hätte können. In diesem Fall hat die Dachterrasse bei gutem Wetter die Lücke gefüllt.

Gleich um die Ecke befand sich das Maxwell Food Centre eine Art überdachter Foodcourt mit dutzenden mit Garküche ausgestatteten Essenständen . Die sogenannten «Hawker Centres» mit ihren Plastikstühlen und runden Tischen sind repräsentativ für die vielfältige Küche und den Lifestyle der Singapurer. Hier verabredet man sich abends im freien (wenn die Temperaturen milder geworden sind) und verbringt die Zeit ausgelassen unter Freunden. Eine Mahlzeit liegt in der Regel zwischen 3 und 7 SGD und ist somit eine der günstigsten Verpflegungsmöglichkeiten Singapurs, ein Besuch in einem dieser Hawker Centre gehört bei einem Singapurbesuch einfach dazu! Bei meinem ersten Besuch bestellte ich einen Avocado-Shake, Siomei (chinesische Teigtaschen) und Samosas. Auch äusserst empfehlenswert ist der beliebte Hainanese Chicken Rice und das Naanbrot mit Currysauce am indischen Halalstand.

Nachts unbedingt am überdachten China Town Street Market  vorbeschauen: Dutzende Stände mit frischzubereiteter asiatischer Kost. Mein Highlight: die schnellgebratenen Austern mit Knoblauch.

Little India

Während der britischen Kolonialzeit kamen viele Inder aller Gesellschaftschichten zum damaligen «Singapura» (vor der Unabhängigkeit noch zu Malaysien gehörig). Auch heute identifiziert sich ein grosser Teil der Bevölkerung Singapurs als Inder/Tamilen. Im Viertel Little India verbrachte ich vier Nächte im viersterne Hotel Parc Sovereign Tyrwhitt. Das Hotel überzeugt durch ein gutes Preis-Leistungsverhältnis, modern eingerichtete Zimmer (270 insgesamt!) mit eigenem Badezimmer mit Regendusche und einem Rooftop mit Outdoorpool und zahlreichen Sonnenliegen. Die Zimmer sind zwar etwas eng geschnitten, brillieren dafür mit einer soliden Zimmerausstattung (Minibar, Arbeitsfläche, freies Wlan), die sich vor allem an Businessreisende anlehnt. Vom Frühstücksbuffet des Hotels würde ich jedoch abraten. Lieber gleich nebenan ins herzige Café gehen und unbedingt die Waffeln mit Beeren probieren!

Der Stadtteil «Little India» ist im Gegenteil zum Rest Singapurs etwas lauter, bunter und sichtlich chaotischer. Wenn man Glück hat, wird man Zeuge eines traditionellen indischen Festes wie dem Deepavali, an welchem der ganze Bezirk festlich geschmückt ist und festliche Gewänder getragen werden. Gleichzeitig finden auch verschiedene Riten statt, beispielsweise kann man etwa Tapire beobachten, die über Feuer oder Glasscherben laufen. Feststeht : Hier fühlt man sich wie in einer indischen Stadt und die Vorzüge einer authentischen indischen Küche findet man an jedem Ecken. Eines der besten Lokale der nordindischen Küche ist das Tandoori Restaurant Khansama. Empfehlenswert: Das traditionelle Daal (Linsensuppe), Paneer (frittierter Fetakäse) und Garlic Naan. Aromatisch duftender Basmati Reis und ein frischzubereiteter Mango Lassi dürfen natürlich nicht fehlen.

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Deepavali Verzierung in Little India (Foto: Zenz)

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Nordindische Küche im Khansama (Foto: Zenz)

Clarke Quai

Das Flussviertel rund um Clarke Quai gehört zu den beliebten Touri-Destinationen. Tagsüber ruhig, abends hingegen wird in der überdachten Promenade, wo sich ein Club nach dem anderen reiht, zur Live-Musik der Coverbands abgerockt oder während den DJ-Sets schon mal auf den Tischen getanzt. Entsprechend richten sich die Preise auch an Touristen und so muss man auch mit einem grösseren Budget für Alkohol und Mahlzeiten (etwa 20-40 SGD) rechnen. Aber ein Besuch in diesem Ausgehviertel lohnt sich trotzdem: Das mehrmals ausgezeichnete Restaurant Brewerkz serviert deftige amerikanische Küche (primär Burger) und ist heim einer eigenen und mehrfach prämierten Mikrobrauerei (seit 1997). Unbedingt das Bier-Degustationsmenü kosten: Golden und Hopback Ale, IPA und Pilsen.

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Ausgehviertel Clarke Quai (Foto: Zenz)

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Gutbesuchter Touri Hotspot Clarke Quai (Foto: Zenz)

Gemütliche Cafés zum Verweilen

Guter Kaffee, sprich frisch gerösteter Kaffee aus einer Kolbenmaschine ist in Asien eine Rarität. Nicht so in Singapur! Als Alleinreisender war ich auf atmosphärische Cafés angewiesen, wo ich mich auch mal mit meiner Lektüre oder meinem Laptop hinsetzen konnte und eine kleine Oase der Ruhe zwischen Sightseeing-Touren geniessen konnte. Mein Lieblingscafé war das PS Café in Ann Siang Hill (China Town). Ein perfekt zubereiteter Cappuccino mit geschäumter Sojamilch? Gar kein Problem. Ausserdem hat das Lokal auch eine Rooftopbar im Tropenstil mit Palmwedel und offener Terrasse mit Blick auf die Skyline.

Als weiterer Ruhepol während oder nach dem Museumsbesuch (unbedingt reinschauen!) kann ich das Café des National Museum of Singapore empfehlen: Wieder ein gelungener Cappuccino, eine warme Quiche oder wer es etwas süsser mag, findet auch diverse hausgemachte Desserts wie Süsskartoffel-Cupcakes.

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Ann Siang Hill (Foto: Zenz)

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Gemütliches Loungen im PS Cafe (Foto: Zenz)

 

 

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